|
Informationstext zum Knochenaufbau
des Hundes
Kein Körpergewebe hat die einmaligen Eigenschaften
der Knochen: Knochengewebe befindet sich nicht nur in ständigen
Auf- und Abbauprozessen (wie andere Körpergewebe auch),
sondern ist auch beim erwachsenen Tier in der Lage vollständig
neu zu entstehen. Diese so genannte Morphogenese, vergleichbar
zu den Vorgängen im ungeborenen Embryo, wird genauso
wie der normale Knochenstoffwechsel durch eine Vielzahl von
Hormonen gesteuert.
An der Spitze steht das Osteogenin - das grundlegende Steuerungsinstrument
der Knochensynthese. Neben weiteren Wachstumshormonen gibt
es drei Hormone (Parathormon, Kalzitonin oder Vitamin D),
die den Stoffwechsel von Kalzium und Phosphor direkt regulieren
- den Mineralien also, die wesentlichster Bestandteil des
mineralischen Knochengerüstes sind.
Das Organsystem Knochen und Gelenke als Teil
des Bewegungsapparates besteht aus verschiedenen Anteilen.
Der weiche Form gebende Bindegewebe-Anteil ("Knochenmatrix")
und der mineralisierte Hart-Anteil des Knochens, der sich
beim Hund erst nach der Geburt ausbildet. In den langen Röhrenknochen,
in Anteilen des Beckens oder des Schädelknochens finden
sich zudem Hohlräume, die das Knochenmark als lebenslange
Quelle der roten Sauerstoff tragenden Blutkörperchen
beherbergen.
Knochen: Vielfältige Aufgaben im Organismus
Knochen haben im Laufe der Evolution der Säugetiere eine Vielzahl unentbehrlicher Funktionen
entwickelt. Ins Auge fällt ihre Funktion bei der Aufrechterhaltung der Körperintegrität - ohne ein knöchernes,
festes Skelett könnten Tiere auf dem festen Land gar nicht über eine bestimmte Größe hinaus wachsen.
Übrigens: Zu dieser stützenden Skelettfunktion ("passiver Bewegungsapparat") gehören noch andere
Körpergewebe, v.a. die eiweißreichen, knochenverbindenden Bänder (Ligamenti) und Zwischenwirbelscheiben (
Disci), aber auch bestimmte Muskeln und Sehnen, ohne die der - von den Knochen vorgegebene -
Körperzusammenhalt verloren gehen würde.
Ebenso offensichtlich ist die Funktion der Knochen als Teil des aktiven Bewegungsapparates:
Die mechanische Kraftentwicklung, zu der Muskeln als einzigem Körpergewebe befähigt sind, würde
wirkungslos im Raum verpuffen, gäbe es nicht ein festes Bezugssystem von Knochen-Ansatzpunkten,
auf die die Kraft als Bewegung übertragen werden könnte. Diese Kraftübertragung wird oftmals nicht
direkt von Muskeln auf Knochen übertragen, sondern über die äußerst reißfesten aber doch elastischen
Sehnen, die viele Knochen und Muskeln miteinander verbinden.
|