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Tippen statt Schocken...
von Rolf Kröger (Wild und Hund 11/2000)
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages
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PDF Format
Seite 3/3
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Vorstehen ohne wenn
und aber mit dem "Taubenwerfer"
Wir gingen mit einer fast rohen DK-Hündin zum Vorstehen ins
Feld. Zur Erläuterung: Es handelt sich um die Hündin
mit den ernsthaften Wachstumsproblemen, von der in WuH 10/2000, Seite
80, berichtet wurde. Wegen ihrer langen Krankheit hatte die Hündin
großen Nachholbedarf, zumal sie kurz darauf auf dem Derby bei DK-Weser-Bremen
vorgestellt werden sollte. Es drängte also, die Hündin zum
festen Vorstehen zu bekommen.
In einem großen Senfschlag fand der Hund zunächst eine Fasanenhenne
und Paarhühner, aber mit dem Vorstehen wollte es nicht klappen.
Mit "Juhuh" warf sie das Wild heraus. Sie wußte offensichtlich nicht,
worum es ging. Jetzt trat der Innotek-Taubenwerfer in Aktion. Hierzu
wurden lebende Brieftauben in drei der Behälter gesteckt und
diese "Vorstehhilfen" an unterschiedlichen Plätzen in der Deckung
aufgestellt. Sowie der Hund aus der Suche heraus Wind bekam, die Witterung
markierte, anzog und mittels langer Feldleine am Einspringen gehindert
wurde, löste ein Fern-Impuls die Arretierung des Taubenkastens
und der Vogel strich ab.
Nachprellen und Einspringen verhinderten die am Hund doppelt gesicherte
Leine und die beruhigende Einwirkung des Führers. Das erste mal
klappte es noch nicht so richtig, die zweite Taube stand sie schon
ganz passabel vor und bei der dritten war keine "Leinenbremse" mehr
nötig. Die Hündin hatte begriffen. Noch mehrmals zeigte sie an
diesem Tag, daß es sich nicht um "Zufallstreffer" gehandelt hatte.
Derby und VJP bestand sie übrigens mit Bravour und hoher Punktzahl.
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Vorteile des Taubenwerfers:
Diese Vorstehhilfe ist revierschonend, tierschutzgerecht und schließt
aus, daß versehentlich einmal Übungswild gegriffen wird.
Sie immitiert sehr gut plötzlich aufstehendes Wild, erzieht zur Standruhe
und ermöglicht es dem Führer, in Bezug auf Zeitpunkt und Entfernung
auszulösen. Zuvor kann er gezielt eingreifen und lenken; denn
er weiß ja, wo sich "das Wild drückt". Greifertypen kommen leicht
ins Meideverhalten, wenn ihr Einspringen und Greifenwollen mit "Pfui"
oder Härterem geahndet wird. Das entfällt hier.
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Sekundierhund-Attrappen-
was soll der Blödsinn?
Uwe Heiss stellte zwei Kästen mit darin "liegenden" Kunststoff-Hunden
im Senffeld auf. Wir schmunzelten still in uns hinein; denn nun wurde
es, wie vermutet, so richtig schön amerikanisch. Aber schauen wir
zunächst, was geschah.
Ein junger Rüde wurde zur Suche ins Feld geführt und als er so
richtig in Schwung war, klappten die beiden "Plastik-Pointer" in Vorstehpose
plötzlich neben ihm hoch. Kurzes Erschrecken, dann richtete sich
der Rüde selbst in die Vorstehrichtung der Pappkameraden ein und versuchte
Wind zu bekommen. Schon beim zweiten Mal sekundierte er den beiden
"Artgenossen". Was will man hiermit bezwecken?
"Vor allem", so hieß es "wollen wir vermeiden, daß ein Hund, der aus
der Distanz im Jagdbetrieb einen vorstehenden Artgenossen eräugt,
zu diesem hinrennt und das Wild aus Beuteneid herausschmeißt. Oder
haben sie eine solche Situation noch nicht erlebt?" Doch, das hatten
wir. "Wird aber durch das Eräugen der Attrappen der Trieb zum
Mitstehen oder Sekundieren gefördert und gefestigt, unterbleibt
solches Ärgernis in Zukunft."
Gut, dachten wir, auch wenn uns der Aufwand mit den Kästen, dem
Fernauslöser und den Pappkameraden für diese letzte Übung
etwas aufwendig erschien. Aber unser Interesse für die neue Ausbildungs-Philosophie
generell war geweckt.
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Fazit: In jedem Fall
werden wir in Kürze für einen größeren Kreis von Hundeführern
ein Seminar mit den Innotek-Spezialisten buchen; denn dabei kann man
nur lernen!
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Wir bedanken uns beim Verlag für die
Genehmigung zum Abrduck. Bitte beachten Sie, dass die Urheberrechte
dieses Textes beim Verlag liegen. Ein Abdruck - auch auszugsweise
- ist nur mit Zustimmung des Rechte-Inhabers gestattet!
© Wild und Hund. Paul Parey-Verlag, 56379 Singhofen
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